Grün, Günstig, Gut? Kosten sparen mit Ökostrom!

Ein häufig gehörtes Argument während der Debatte über den Atomausstieg lautete, dass ohne Atomenergieversorgung die Stromkosten in Deutschland explodieren würden. Auch jetzt sind noch viele Verbraucher der Meinung, Strom aus regenerativen Energiequellen sei deutlich teurer als konventioneller Strom. Dabei gibt es inzwischen viele Anbieter, die grünen Strom zu günstigeren Tarifen als die örtlichen Grundversorger anbieten. Ein Wechsel lohnt sich also nicht mehr nur aus umweltpolitischer Sichtweise, sondern macht sich am Ende auch positiv im Geldbeutel bemerkbar.

Strom wechseln und Preise vergleichen
Entscheidet sich der Verbraucher zu einem Tarifwechsel, sollte er in jedem Falle vorher die Preise vergleichen. Denn wie das Verbraucherportal Toptarif bei seinem jüngsten Ökostrom-Vergleich im August 2011 in 200 deutschen Städten herausfand, existieren teils erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Hier können bis zu 150 Euro Preisdifferenz jährlich zwischen günstigstem und teuerstem Versorger anfallen. Im Schnitt muss der Kunde bei einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden etwa 23 Cent pro Kilowattstunde bezahlen, was einer Rechnung in Höhe von rund 790 Euro entspricht. Doch die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß. Hierbei liegen Städte in Bayern (z.B. Aschaffenburg, München) deutlich unter dem Durchschnitt, wohingegen vor allem Verbraucher in den neuen Bundesländern (z.B. Görlitz) und in Metropolenregionen (z.B. Berlin, Hamburg, Köln) überdurchschnittlich viel für ihre Stromrechnung ausgeben müssen.

Die Ursachen für die hohen regionalen Preisunterschiede macht Toptarif unter anderem in der Beschaffenheit des Strommarktes aus. So hat jeder Stromanbieter sogenannte Durchleitungs- und Transportkosten an die jeweiligen Netzbetreiber zu zahlen, was sich wiederum auf die Stromtarife auswirkt. Weil regionale Netzbetreiber unterschiedlich hohe Gebühren erheben, fällt es den Anbietern schwer, ihre Preise bundesweit einheitlich zu gestalten. Ein weiterer Grund für die regionalen Preisunterschiede ist der lokale Wettbewerb. Gegenden, in denen ein härterer Konkurrenzkampf ausgefochten wird, profitieren von günstigeren Angeboten. Generell besteht in den neuen Bundesländern noch Nachholbedarf.

Wer also Stromkosten sparen will, sollte kühl kalkulieren und die einzelnen Preise der für ihn in Frage kommenden Versorger unter die Lupe nehmen. Außerdem empfiehlt Toptarif den Kunden, sich bei der Suche auch an Qualitätssiegeln zu orientieren, die Aufschluss über die ökologischen Standards geben. Verbraucherschützer empfehlen hier beispielsweise Labels wie das “Grüner Strom Label” oder “ok-power”.

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